Tour de France

 

Tour de France

Jacques Anquetil - "Le Maitre"

 

 

Biographie:

Jacques Anquetil

Geb. 08.01.1934, 18.11.1987

Profi 1954-1969

Größte Erfolge: Tour de France 1964 (Gesamt u. 4 Etappen), Tour de France 1963 (Gesamt u. 4 Etappen), Tour de France 1962 (Gesamt u. 2 Etappen), Tour de France 1961 (Gesamt u. 2 Etappen), Tour de France 1957 (Gesamt u. 4 Etappen), Giro d'Italia 1964 (Gesamt u.1 Etappe), Giro d'Italia 1960 (Gesamt u.2 Etappen), Vuelta a Espana 1963 (Gesamt u.1 Etappe), Lüttich- Bastogne -Lüttich 1966, Bordeaux-Paris 1965, Gent-Wevelgem 1964.

 

Der kühle Champion aus der Normandie war der Erste, der fünfmal die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnte. Auf der Spitze seines Erfolgs lieferte sich "Maître Jacques" bei der Tour 1964 mit Raymond Poulidor eines der berühmtesten Duelle der Tour-Geschichte. Die Zuneigung seiner Landsleute konnte Anquetil allerdings nie gewinnen.

Wenn man einen Moment wählen müsste, der Jacques Anquetil am besten definiert, dann war es sein Duell mit Raymond Poulidor am Puy de Dome während der Tour de France 1964, im steilen Aufstieg zum Gipfel des erkalteten Vulkans des Massif Central. Die beiden Franzosen fuhren Seite an Seite hinauf in Richtung Ziel - Anquetil war am Ende, müde, kaputt. "Poupou" und Anquetil trennten jedoch nur 56 Sekunden in der Gesamtwertung, schon dehalb durfte der Normanne aus Rouen Poulidor auf keinen Fall ziehen lassen. Dabei war Jacques Anquetil alles andere als ein Bergfahrer - zahlreiche Siege im Zeitfahren sowie der Stundenweltrekord 1956 belegen dies. Der kühle Normanne war ein Ausnahmetalent im Kampf gegen die Uhr, konnte aber den Kletterern eines Schlages wie Federico Bahamontes und Charly Gaul widerstehen, bzw. seine Verluste im Hochgebirge kontrollieren. Die Worte "Kälte" und "Kontrolle" beschreiben Jacques Anquetil gut - zumindest die öffentliche Darstellung seiner Person. "Rechenmaschine" nannten sie ihn.
Frankreich war gespalten in seiner Zuneigung. Wie Italien zwischen Gino Bartali und Fausto Coppi wählen musste, so war man entweder für Anquetil oder für Poulidor, den sie später den "Ewigen Zweiten" nennen sollten, da ihm der Sieg bei der Tour nie gelang. Bei 14 Teilnahmen stand "Poupou" achtmal auf dem Podium in Paris.

Die französischen Fans bewunderten und respektierten zwar Anquetils Leistungen, Poulidor aber liebten sie. Er lächelte selten vor dem Publikum, schrieb noch weniger Autogramme und war den meisten wohl zu perfekt, zu glatt, ohne Fehler. Anquetil hatte jedoch noch ein anderes "Gesicht", das des Lebemanns. Einem Jungen, der ihn einmal fragte, wie er sich auf ein Radrennen vorbereiten solle, sagte Anquetil: "Mit einer tollen Frau und einer Flasche Champagner". Einer dieser Tage hätte ihn beinahe seinen fünften Tour-Titel gekostet. Am Ruhetag in Andorra schlug Anquetil über die Stränge, aß zu MIttag in der prallen Sonne Unmengen an gegrilltem Fleisch, welches er auch noch mit Champagner runterspülte.. Das ihm das nicht bekommen war, merkte er am nächsten Tag beim Start: Er fühlte sich elend, zu schwach um zu bluffen und wollte aufgeben. Sein Sportlicher Leiter war erzürnt: "Hast du vergessen, dass dein Name Anquetil ist? Du hast Millionen Fans, die du nicht enttäuschen darfst. Reiß dich gefälligst zusammen!" Dieser Appell fruchtete und langsam, ganz langsam kam er in Schwung und arbeitete sich nach vorne. Poulidor blieb das Pech treu, er handelte sich einen Defekt am Rad ein. Anquetil holte Poulidor ein, überholte ihn und lag im Ziel in Toulouse 2:34 Minuten vor dem "Ewigen Zweiten".


Mit 53 Jahren verstarb Jacques Anquetil am 18.11.1987 an Krebs. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Quincampoix, nordöstlich von Rouen, wo er seine Kindheit verbrachte. Das Feld passierte im Jahre 2002 dieses kleine Dorf auf der 5.Etappe nach Rouen, doch es ist nicht anzunehmen, dass die Fahrer 15 Kilometer vor dem Ziel Augen für seinen Gedenkstein, welcher etwas unscheinbar an der Hauptstraße steht, hatten .

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